Mercedes setzt Lieferungen in V8-Länder aus

Daimler News August 2021: Aufgrund einer weltweiten Halbleiterknappheit hat Mercedes fast alle in den USA verkauften V8-Modelle vorübergehend eingestellt. Und: Mercedes hat im Juli eine Elektrostrategie bis 2025 vorgeschlagen. Ab 2022 soll jedes Mercedes-Segment ein Elektroauto haben. Dieser Artikel wurde am 20. August 2021 aktualisiert.

Mercedes V8

Daimler News (2021): Amerikas V8-Durchbruch, Elektrostrategie und Konzernumbau

Im August 2021 machte ein Mercedes-Händler in den USA öffentlich, dass die meisten V8-Modelle vorübergehend eingestellt wurden. Als Hauptgrund wird in dem Schreiben der Engpass der globalen Lieferkette genannt, der auf die Verknappung von Halbleitern zurückzuführen ist. Am Ende können es aber auch Abgasthemen sein, die Mercedes dazu bewogen haben, den Achtzylinder statt sauberer, kleinerer Einheiten, Hybrid- oder Elektrofahrzeuge zu lackieren. Jetzt verschwinden vom C63 AMG S Coupé bis zum GLS 580 4Matic 17 der 25 V8-Baureihen des Modells 2022 aus den Showrooms der US-Händler. Es ist noch nicht abschätzbar, wie lange das Modell zurückkehren wird und ob es zurückkehren wird. Experten gehen davon aus, dass sich die Lieferkette frühestens 2023 wieder normalisieren wird. Aston Martin, ein Luxushersteller, der viele V8-Motoren von Mercedes-AMG bezogen hat, scheint von dem Engpass bislang nicht betroffen zu sein.

Im Juli 2021 kündigte Daimler Pläne an, den Konzernumbau von Elektrofahrzeugen zu verstärken. Bis 2022 sollen alle von der Marke Mercedes repräsentierten Marktsegmente über ein Elektroauto verfügen. Die Pkw- und Batteriemontagestandorte der Mercedes-Benz AG sind fortan klimaneutral. Ab 2025 will Daimler drei neue Elektroarchitekturen einsetzen: MB.EA für mittlere und große Elektrofahrzeuge, AMG.EA für die leistungsstarken Elektrofahrzeuge von Mercedes-AMG und VAN.EA für Trucks und leichte elektrische Nutzfahrzeuge. 50 % aller Neuwagenverkäufe sollen also auch vollelektrische oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge sein. Es sollte keine neuen Plattformen für Verbrennungsmotoren geben. Darüber hinaus hofft der Autohersteller, bis 2030 vollelektrisch zu sein, wenn die Marktbedingungen dies zulassen. Das Unternehmen plant, zwischen 2022 und 2030 mehr als 40 Milliarden Euro in reine Elektrofahrzeuge zu investieren. Von 2019 bis 2026 sollen die Investitionen in Verbrennungsmotoren und Plug-in-Hybrid-Technologie um 80 % zurückgehen. Die Akquisition des britischen Motorenspezialisten YASA soll dem Konzern den Einsatz von Axialflussmotoren ermöglichen. China wird auch eine Schlüsselrolle bei der Beschleunigung seiner Elektrifizierungsstrategie spielen. Die erforderliche Batterieproduktion von 200 GWh Kapazität wird mit Partnern in acht geplanten Gigafactories durchgeführt. Neun Fabriken planen die Produktion von Batteriesystemen, für weitere Montagekapazitäten wird GROB, Experte für Batteriefertigung und Automatisierungssysteme, verantwortlich sein. Die Elektrostrategie von Daimler berücksichtigt auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Der Personalbestand wird durch Qualifizierungs- und Umschulungsprogramme, natürliche Fluktuation und Abfindungen neu ausgerichtet. Durch die Entwicklung des zukünftigen Betriebssystems BM.OS werden zudem weltweit 3.000 neue Arbeitsplätze im Software-Engineering geschaffen. Auch die Neuordnung des Konzerns zur Aufspaltung in Mercedes-Benz und Daimler Trucks beschleunigt sich, teilte Vorstandsvorsitzender Ola Källenius Anfang Februar 2021 mit. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 1. Oktober 2021 werden die Aktionäre der Daimler AG über die Ausgliederung der Lkw-Sparte abstimmen. Die Daimler AG hat ihren Namen in Mercedes-Benz Group AG mit einer Gültigkeitsdauer von 1 geändert. Es ist für Februar 2022 geplant. Der Mercedes-Benz Konzern hält künftig 35 % der Anteile an Daimler Trucks. Davon werden 5 % an den Daimler Pension Trust Fund, den Trägerverein für Pensionskassen, überwiesen. Von den 65 % der handelbaren Aktien erhalten die Daimler-Aktionäre für je zwei gehaltene Daimler-Aktien eine neue Daimler-Truck-Aktie.

Mit der kompletten Neuordnung des gesamten Konzerns will sich der Pkw- und Lkw-Hersteller Daimler fit für die Zukunft machen und sich stärker auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Zudem wird Vorstandsvorsitzender Ola Källenius Anfang Februar 2021 den „Projektfokus“ vorschlagen. Er wird den Konzern spalten und die Daimler AG für lange Zeit verschwinden lassen. Demnach wird es künftig nur noch zwei eigenständige börsennotierte Unternehmen geben – Mercedes-Benz für Pkw und Transporter und Daimler Trucks für Lkw und Busse. Dies ist die zweite von Källenius geplante Unternehmensrestrukturierung in weniger als zwei Jahren als CEO. Daimler hat kurz nach seinem Amtsantritt im Mai 2019 seine heutige Struktur mit drei separaten Geschäftsbereichen, die zu 100 % im Besitz der Daimler AG sind. Damit sollte die Sache erledigt sein: Die Daimler Mobility AG verschwand, Finanzen und mobile Dienste wurden in zwei weitere Geschäftsbereiche zusammengeführt. Langfristig werden Holdinggesellschaften nicht mehr benötigt. Im Gegenzug könnte Daimler in diesem Jahr an die Börse gehen und den Leitindex Dax ins Visier nehmen. Källenius sagte, dass die beiden zukünftigen Unternehmen in völlig unterschiedlichen Branchen angesiedelt sind und jedes Unternehmen ganz spezielle Kunden hat: interne, technische und Kapitalanforderungen. Beide sind in Branchen tätig, die sich im Umbruch befinden. „Wenn sie als eigenständige Einheiten agieren, können sie diesen Wandel effektiver gestalten“, betonte er.

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