Mini Kameras in FFP2-Masken

THEORETISCHE FÜHRERSCHEINPRÜFUNG

Bei der theoretischen Führerscheinprüfung nehmen die Betrugsfälle zu, dabei nutzen die Betrüger momentan Mini-Kameras, die in FFP2-Masken verbaut sind.

Mini-Kameras-in-FFP2-Masken

Es seien 2021 in Rheinland-Pfalz 134 Fahrschüler bei einem Betrugsversuch gestoppt worden, 2020 waren es 96 Personen, berichtet der TÜV Rheinland. Aber der Trick werde auch bundesweit angewendet. Eine Sprecherin des TÜV-Verbands teile mit, dass es 2021 in allen TÜV-Häusern (TÜV Nord, TÜV Hessen, TÜV Saarland, TÜV Rheinland, TÜV Thüringen und TÜV Süd ) zu insgesamt 2.640 Betrugsfällen gekommen sei. Nach Angaben des TÜV-Verbands sei es vor fünf Jahren lediglich zu 1.100 Fälle gekommen.

Auch die Dekra mit den Technischen Prüfstellen in sechs Bundesländern (Sachsen,Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Berlin) gab an, dass im ersten Halbjahr 2021 207 Betrugsversuche aufgedeckt wurden, 2020 waren es 527 Manipulationsversuche, 2019 insgesamt 568 Fälle.

Wie funktioniert die Betrugsmasche?

In den jetzigen Fällen ist eine Mini-Kamera in eine FFP2-Maske verbaut, die der Prüfling bei der theoretischen Führerscheinprüfung tragen muss. Die Prüfungsfragen werden durch die Kamera erfasst und an einen Komplizen weitergeleitet. Fährt nun der Betrüger mit der Computer-Maus über die richtige Antwort, so erhält er über einen Empfänger an seinem Körper ein Signal, oder das Smartphone vibriert.

Wie kann man gegen die Betrüger vorgehen?

Nach Angaben des TÜV-Verbands reagieren die einzelnen TÜV-Häuser auf die Häufung der Betrugsfälle und versuchen unter anderem mit Detektoren, die verbotene Technik ausfindig zumachen.

Die Dekra versuche, die Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen zu schulen, damit sie die „aktuellen Maschen“ kennen. „Der Erfahrungsaustausch zwischen unseren einzelnen Niederlassungen ist hier ein wichtiger Ansatz“ so ein Dekra-Sprecher.

Was passiert mit den Kriminellen?

Sollte ein Prüfling beim Betrug ertappt worden sein, so wird er oder sie sofort von der Prüfung ausgeschlossen und der Test gilt als nicht bestanden. Außerdem gibt es eine zeitliche Sperre, die am 11.2.2022 in einer Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung von sechs Wochen auf bis zu neun Monate erhöht wurde. Aber der TÜV-Verband kritisiert, dass die Mindestsperrfrist in der neuen Verordnung auf nur zwei Wochen gesetzt wurde. Genau heißt es in dem §18: „Bei Täuschungshandlungen gilt die Prüfung als nicht bestanden. Eine nicht bestandene Prüfung darf nicht vor Ablauf eines angemessenen Zeitraums, in der Regel mindestens zwei Wochen, wiederholt werden. In den Fällen des Satzes 1 kann die Frist für die Wiederholung der Prüfung auf bis zu neun Monate festgelegt werden.“

Quelle: www.auto-motor-und-sport.de

Autorin: Sophie Pixis

Menü